TSV Achim - Newsartikel drucken


Autor: Nico röger
Datum: 29.03.2017


Oberligasiegerbesieger

Rollstuhlstuhlbasketballer der Achim Lions ringen den Meister nieder

Eigentlich wollte das Team der Rolling Chairs Isernhagen am vergangenen Sonntag vor eigenem Publikum den verlustpunktfreien Gewinn des Meistertitels in der Oberliga Nord feiern. Am Ende des Tages aber war ihre bis zum letzten Spieltag blütenreine Weste dann doch noch mit zwei Minuspunkten befleckt – die TSV Achim Lions II nahmen mit dem äußerst knappen 55:54-Sieg erfolgreich und fast punktgenau Revanche für die vor wenigen Wochen erlittene ebenso dramatische 55:56-Niederlage im ersten Aufeinandertreffen. Im direkten Anschluss musste man sich allerdings ziemlich entkräftet dem Tabellenvierten aus Braunschweig geschlagen geben.

„Wir wollten unbedingt die starke Leistung aus dem Hinspiel wiederholen, das ist uns eindrucksvoll gelungen. Dieses Mal hatten wir am Schluss das nötige Quäntchen Glück, aber dies haben wir uns auch erarbeitet.“, zeigte sich Spielertrainer Nico Röger hocherfreut über den Ausgang des wiederholt bis zur letzten Sekunde spannenden Spiels. „Alleine, dass es uns als einzigem Team der Liga gelungen ist, den souveränen Meister zu bezwingen, zeigt zu was wir fähig sein können. Schade nur, dass wir dann im zweiten Match zum Ende hin den Anstrengungen Tribut zollen mussten.“

Wie schon im zurückliegenden Spiel gegen Isernhagen kamen die Achimer besser aus den Startlöchern, warfen sich durch konsequente Chancenverwertung und gute Abwehrarbeit eine 18:14-Führung nach dem ersten Viertel heraus. Doch im zweiten Abschnitt drehten sich die Verhältnisse, der Gegner konnte bis zur Halbzeit auf 31:27 davonziehen. „Wir waren überhaupt nicht mehr aggressiv an den Stühlen, haben zeitweise nur noch begleitet und den Isernhagenern beim Körbeerzielen zugeschaut.“, sah Röger zum Pausentee die Felle schon davonschwimmen. Trotz verbesserter Einstellung hieß es dann später gar 33:40 aus Achimer Sicht, durch einen konzentrierten Zwischenspurt aber waren die Lions nach drei Vierteln wieder auf einen Punkt herangekommen(41:42) und konnten gleich zu Beginn des Schlussabschnittes nach längerer Zeit erstmals wieder die Führung übernehmen. „Da haben wir uns vom Rückstand und auch vom lautstarken Publikum nicht verrückt machen lassen, sondern klasse als Team dagegengehalten.“, so Röger zufrieden. Nun entwickelte sich bis zum Abpfiff ein völlig offener Schlagabtausch, der Vorteil wechselte hin und her. Centerin Katrin Wetjen schließlich war es vorbehalten, 4 Sekunden vor Schluss nervenstark den Ball in der Reuse zu versenken und die „Löwen“ ins Glück zu werfen.

Nach nur zwanzig Minuten Unterbrechung musste die Röger-Truppe dann in ihr zweites Spiel des Tages gegen die ebenfalls zur oberen Tabellenhälfte und zum Meisterschaftkreis zählende Mannschaft des MTV Braunschweig. Mit dem Rückenwind des vorangegangenen Sieges ließ sich die Partie auch gut an, bei 15:10-Führung zur ersten Viertelpause ahnte wohl noch niemand der Lions, dass dies der einzig gewonnene Abschnitt bleiben sollte. Verlief der zweite Durchgang noch völlig ausgeglichen, schwanden den Achimern nach der Halbzeit immer mehr die Kräfte. „Wir sind leider immer unkonzentrierter in unseren Aktionen geworden, auch konditionell war unser Team am Limit - da macht sich dann die wegen vieler Ausfälle nicht optimal verlaufene Saisonvorbereitung bemerkbar. Dies haben die noch frischen Braunschweiger routiniert ausgenutzt.“, so der Team-Captain nach dem Match. Alle Dämme brachen dann schließlich, als er selbst 8 Minuten vor Schluss aufgrund seiner Foulbelastung zum Zuschauen verdammt war. Korb um Korb zog der Gegner davon, sodass alle Lions froh waren, als beim deutlichem Endstand von 34:48 die Schlusssirene ertönte.

Kommenden Sonntag Nachholspieltag in Achim-Uphusen

Passenderweise kann man sich schon am nächsten Sonntag, den 02. April, für die schmerzhafte Pleite revanchieren. Gleich zu Beginn um 11 Uhr sind die Braunschweiger erster Gegner in heimischer Halle für die dann hoffentlich wieder erholten Achim Lions. Hier gilt es dann, den dritten Platz im Abschlussklassement vor dem Rivalen zu sichern. Am Nachmittag ist noch das junge Team aus Langenhagen allerletzter Gegner der laufenden Saison. „Der 3. Rang wäre aller Ehren wert, wie immer hoffen wir auch auf die wichtige Unterstützung unserer Zuschauer.“, so nochmal Röger – und fügt mit einem Schmunzeln hinzu: „Schließlich sind wir ja nun Oberligasiegerbesieger.“ (rc)