TSV Achim - Newsartikel drucken


Autor: Nico röger
Datum: 30.11.2016


Achim Lions II mit unerwartetem Traumstart

Oberliga-Rollstuhlbasketballer holen zum Auftakt zwei Siege in Rostock

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt...Riesengroß war die Freude am vergangenen Wochenende  bei den Rollstuhlbasketballern der TSV Achim Lions um Spielertrainer Nico Röger, die von ihrem ersten Doppelspieltag in der Oberliga Nord überraschend mit zwei Siegen im Gepäck von der Ostseeküste heimkehrten. Im ersten Spiel konnte man sich letztlich verdient gegen die hoch eingeschätzte Zweitvertretung der SG Rostock/Stralsund mit 58:48(30:27) durchsetzen, direkt im Anschluss an diese Partie ließen die Löwen der stark ersatzgeschwächten RSG Langenhagen 2 beim 54:15(24:5)-Sieg nicht den Hauch einer Chance. Optimaler Saisonbeginn also und gelungene Generalprobe für den ersten Heimspieltag unter den neuen Vereinsfarben am 11. Dezember in Achim-Uphusen.

„Mit den vier gewonnenen Punkten sind wir natürlich mehr als zufrieden, damit habe selbst ich nicht wirklich gerechnet. Unsere Vorbereitung verlief alles andere als glücklich, zudem mussten wir kurz vor Abfahrt noch den nächsten krankheitsbedingten Ausfall verkraften.“, so Nico Röger nach den beiden Partien, um direkt im Anschluss kräftig auf die Euphoriebremse zu treten. „Wir hatten heute sicher auch etwas Glück, dass sich die personellen Probleme bei unseren Gegnern deutlich schwerer auswirkten als unsere eigenen. Mir sind einige Dinge aufgefallen, die mir ganz und gar nicht gefallen haben und die wir dringend im Training bearbeiten müssen. Unser Team-Play muss noch viel besser werden, wir leben sehr stark von Einzelaktionen. Trotzdem natürlich Kompliment an meine Mannschaft, alle haben vollen Einsatz gezeigt und wenn man zwei Spiele mehr oder weniger sicher gewinnt, hat auch so manches geklappt.“

In der ersten Partie des Tages gegen den Gastgeber wurde gleich im ersten Viertel der Grundstein für den weiteren Verlauf gelegt. Vorne nutzten die Achimer die sich bietenden Chancen unter dem Korb und in der Abwehr ließ man den Gegner nur selten zur Entfaltung kommen. So stand nach zehn Minuten eine überraschend klare 18:7-Führung auf der Anzeigetafel. Diese sollte allerdings nicht lange Bestand haben, im zweiten Viertel brachten sich die Lions fast um die Früchte ihrer Arbeit. Im Angriff fanden viele Würfe nicht mehr ihr Ziel und dies wussten die Hansestädter immer wieder durch erfolgreiche Fastbreaks zu nutzen, was Röger in der nächsten Auszeit auf die Palme brachte: „Dass vorne nicht jeder Ball reingeht, ist klar, aber dass wir uns in der Konsequenz jedes Mal den Gegenstoß einfangen, kann nicht sein.“ So stand es kurz vor der Halbzeit plötzlich 27:27, bevor der Kapitän selbst mit der Sirene einen erfolgreichen Dreier landete und so seinem Team die psychologisch wichtige Pausenführung sicherte. Nach der Pause konnte sich kein Team entscheidend absetzen, Center Roland Christmann half hier mit sechs Punkten unter dem Korb dabei mit, dass das dritte Viertel 11:11-Unentschieden ausging und die Lions eine knappe 41:38-Führung mit in den letzten Abschnitt  nehmen konnten. Dort drehte Nico Röger nochmal richtig auf und brachte seine Farben quasi im Alleingang auf die Siegerstraße, erzielte in kurzer Zeit neun seiner starken 24 Punkte. Rostock/Stralsund hatte dieser individuellen Klasse nichts mehr entgegenzusetzen und musste letztendlich in eine doch noch klare 48:58-Niederlage einwilligen. Als Zeichen des verdienten Sieges lässt sich auch der Umstand werten, dass die Führung trotz knapper Phasen nicht ein einziges Mal in Händen der Ostseestädter lag.

TSV Achim Lions: Röger(24 Punkte), Christmann(14), Wetjen(12), Schwarmann(6), Steinhardt(2), Krause, Tchorz, Tiller

Nach kurzer Erholungspause ging es gleich weiter gegen die junge, schnelle Truppe aus Langenhagen. Diese war an diesem Tag personell arg gebeutelt und musste mit nur sechs Spielern die Reise antreten. „Denen fehlten heute zwei entscheidende Leistungsträger, die Partie hätte unter anderen Umständen sicher ganz anders ausgesehen. Heute mussten sie sich unter Wert geschlagen geben.“, wusste Achims Spielertrainer den Kantersieg realistisch einzuordnen. Die Taktik der Langenhagener, mit ihrer Frische und Schnelligkeit den Achim Lions, die bereits ein anstrengendes Spiel in den Knochen hatten, den Schneid abzukaufen, ging nicht auf. Über 14:3 nach dem ersten Drittel bauten die heimischen Löwen den Vorsprung bis zur Halbzeit noch auf 24:5 aus. Nicht weniger als 18 Punkte hatte zu diesem Zeitpunkt schon wieder Nico Röger erzielt, den der Gegner nie wirklich in den Griff bekam. Nach der Pause nahm er sich dann etwas zurück, im dritten Viertel konnte Youngster Jannik Schwarmann mit acht astreinen Fastbreak-Punkten glänzen und die Führung auf 41:9 ausbauen, Centerin Katrin Wetjen bewies im letzten Abschnitt mit sieben erzielten Punkten mal wieder ihre Treffsicherheit, bevor es Röger selbst vorbehalten war, zum 54:15-Endstand einzunetzen. „Ausdrückliches Kompliment auch an den Gegner, Langenhagen hat sich auch trotz aussichtslosem Rückstand nie aufgegeben, mit dieser Einstellung und komplettem Kader werden sie es uns im  Rückspiel im Januar garantiert sehr viel schwerer machen.“

TSV Achim Lions: Röger (29 Punkte), Wetjen(11), Schwarmann(10), Christmann(4), Steinhardt, Krause, Tchorz, Tiller

Ob die Achim Lions ihren erfolgreichen Saisonstart bestätigen können, wird sich schon in wenigen Tagen zeigen. Der erste Heimspieltag der Saison steigt am 3.Adventssonntag in der Sporthalle Arenkamp in Achim-Uphusen. Gegner sind dann die BG Hamburg-West und Blau-Weiß Buchholz. „Es warten wieder zwei harte Spiele auf uns. Gegen Buchholz tun wir uns traditionell schwer und Hamburg benötigt dringend jeden Punkt, um vom Tabellenende loszukommen. Wir sind noch lange nicht so weit, wie es die heutigen Ergebnisse vermuten lassen.“, so Röger in einer kurzen Vorschau.

Erster Hochball am 11.Dezember ist um 11.00 Uhr in der Sporthalle Arenkamp. Der Eintritt ist wie immer frei. (rc)