header
Rollstuhlbasketball Achim Lions 02.02.2017 von Nico röger

SG Lions I: Korbjäger erobern ersten Tabellenplatz in der Regionalliga

Mit zwei Siegen beim Auswärtsspieltag in Langenhagen haben die Lions I die Tabellenspitze in der Regionaliga Nord übernommen. Das Team von Trainer Harald Fürup setzte sich zunächst gegen die BG Baskets III aus Hamburg knapp mit 53:51 durch und landete danach einen 65:29-Kantersieg gegen Gastgeber RSG Langenhagen.

„Ein hartes Stück Arbeit, ein Zittersieg“, meinte Fürup nach dem packenden Duell mit der BG, gegen die seine Auswahl im Hinspiel noch locker gewonnen hatte (71:33). Diesmal konnte der Gegner aber auf Nikolaus Classen bauen, während bei den Oldenburgern Kapitän Nils Röbke-Stadtsholte, Nicolas Röger und Frank Lösekann fehlten.

Nach schnellem 2:11-Rückstand rüttelte Fürup seine Akteure in einer Auszeit wach. Danach erzielten insbesondere Alexander Roggelin sowie Cem Seker viele Korberfolge. Auf der anderen Seite punktete Classen gnadenlos und sorgte für eine 31:30-Halbzeitführung der BG, die auch vor dem letzten Viertel knapp vorn lag (41:40).

Im Schlussabschnitt leistete sich die Fürup-Auswahl einige unnötige Fouls. „Glücklicherweise nutzten die Hamburger ihre Freiwürfe nicht“, meinte der Trainer, dessen Team letztlich die besseren Nerven bewies. „Jeder einzelne hat alles gegeben, als Team haben wir gewonnen“, sagte Fürup, der im zweiten Spiel des Tages gegen das punktlose Schlusslicht keine weitere Zitterpartie erleben musste. (ss)

Rollstuhlbasketball Achim Lions 17.01.2017 von Nico röger

SG Lions I: Zwei Siege zum Jahresbeginn in der Regionalliga-Nord

Zum Ersten Heimspieltag der Regionalliga Saison empfingen die Lions die Emsland Rolli Baskets sowie die Spielgemeinschaft Rostock/ Stralsund.

Im ersten Spiel des Tages ging es ins Derby gegen die Emsländer, die bis dato ungeschlagen waren. Beide Mannschaften begannen nervös und unkonzentriert, ließen viele Chancen liegen und spielten weit unter ihren Möglichkeiten. Dennoch konnten sich die Lions bereits im ersten Viertel ein kleines Polster schaffen und gingen mit einer 11-4 Führung in die zweiten zehn Spielminuten. Hier bot sich ein ähnliches Bild wie zuvor. Weiterhin erspielten sich die Lions gute Chancen, um sie dann unterm Korb zu vergeben. Mit einer 21-10 Führung und aufrüttelnden Worten des Trainers ging es in die zweite Spielhälfte. Hier war es nun vor allem der heutige Kapitän der Mannschaft Michael Wilker, der mit 10 seiner insgesamt 15 Punkte die Lions im Spiel hielt und den Vorsprung verteidigte. Mit 33-20 begann das letzte Viertel, wo nun besonders Alexander Roggelin punktete und die Oldenburger mit 43-31 schließlich als Sieger den Platz verlassen konnten. „Ein echter Arbeitssieg, nicht schön anzugucken. Zum Glück waren wir bei den Korbversuchen die letztlich bessere der schlechten Mannschaften“, so Trainer Fürup kurz nach Spielende.

 

Im zweiten Spiel setzte sich die SG Rostock/ Stralsund mit 46-36 gegen die Emsland Rolli Baskets durch.

 

Im letzten Spiel trafen die Gastgeber nun auf die Spielgemeinschaft aus Rostock/ Stralsund. Hoch motiviert gingen die Lions in dieses Spiel, wollten sie doch unbedingt Revanche für die hohe Niederlage im Hinspiel.

Durch eine veränderte Starting Five sollten die Center dieses Mal besser ins Spiel gebracht werden. Die Umstellung zeigte Erfolg: von Beginn an waren die Lions aggressiv und nutzten ihre Chancen, allen voran wieder Michael Wilker. Über eine 10-6 Führung (5.) endete das erste Viertel mit 20-14 für die Oldenburger. Im zweiten Viertel hielten die Lions Konzentration und Schnelligkeit hoch, legten in den nächsten 5min einen 14-0 Zwischenspurt hin und gingen mit einer 43-24 Führung in die Halbzeitpause. Das dritte Viertel knüpfte nahtlos an die erste Halbzeit an. Die Center Röger, Roggelin und Wilker trafen weiterhin fast nach Belieben, dem Gegner wurde keine Chance gelassen. Mit 68-36 ging es in die letzten 10 Spielminuten. Nun wechselte Trainer Fürup durch, was im Spiel der Oldenburger aber keinen Bruch verursachte. Weiterhin trafen die Lions gut, erhöhten den Vorsprung von 72-38 (32.) über 81-44 (36.) auf das Endergebnis von 87-46. „Das war ein wirklich gutes Spiel meiner Mannschaft und endlich haben wir mal richtig gepunktet. Sogar den direkten Vergleich von 27 Pkt. konnten wir uns im Duell gegen Rostock/ Stralsund mit diesem verdient hohen Sieg sichern“ freute sich Fürup am Ende des Tages. (SS)

Rollstuhlbasketball Achim Lions 09.01.2017 von Nico röger

Ein Vorreiter geht in den sportlichen Ruhestand

Wilfried Steding holte die Sportart nach Achim und nutzte somit seinen Schicksalsschlag positiv
 

Mister Rollstuhlbasketball

06.01.2017

 
Wilfried Steding, Behindertensportler © FOCKE STRANGMANN
Wilfried Steding war jahrelang beim TSV Achim tätig und blickt auf eine erfolgreiche Laufbahn zurück. (FOCKE STRANGMANN)

„Ich hatte eine Sehnenverletzung an der Schulter. Das ist ein bekanntes Problem bei Rollstuhlbasketballern. Nach meiner Operation im März 2016 stand der Entschluss aufzuhören endgültig fest“, erzählt der 60-Jährige. Spulen wir aber erst mal paar Jahre zurück. Der gebürtige Bremer und „Sportverrückte“ – so wie er sich des Öfteren gerne selbst bezeichnet – spielte früher für den TB Uphusen Fußball. Im Alter von 23 Jahren erhielt er die Schockdiagnose: Myelitis, eine Entzündung im Rückenmark. „Ich war noch auf einer Feier und irgendwann begannen die Schmerzen. Sie waren so unerträglich, dass ich am nächsten Tag ins Krankenhaus gefahren bin“, erinnert sich Steding. Durch einen Virus breitete sich die seltene neurologische Erkrankung aus und zwang den damals noch jungen Sportler 18 Monate später in den Rollstuhl.

Das hielt ihn aber nicht davon ab, weiterhin Sport auszuüben. Im Behindertensportverein Achim (BSV) lernte er 1982 zunächst das Bogenschießen. Zu diesem Zeitpunkt war das Angebot für beeinträchtigte Sportler begrenzt. Zur Auswahl gab es lediglich Sitzball, Prellball und Tischtennis. Nebenbei spielte Wilfried Steding drei Jahre lang Rollstuhlbasketball in Oldenburg und lief mit seiner Mannschaft unter anderem in der 2. Bundesliga auf. Irgendwann wurde es ihm aber zu stressig, und er wollte eine Mannschaft in Achim aufbauen. „Meine ganze Woche war verplant, und die Fahrerei nach Oldenburg hat viel Zeit in Anspruch genommen“, erzählt Steding.

Zur Saison 1988/89 gründete er daher eine Punktspielmannschaft im Rollstuhlbasketball beim TSV Achim. Zur Mannschaft gehörten nicht nur Querschnittsgelähmte. Alle Behinderungsarten waren zugelassen, wobei alle sich nur im Rollstuhl fortbewegen durften.

„Der Anfang war schwierig. Wir haben viele Niederlagen kassiert“, erinnert sich der nun ehemalige Spartenleiter. Neben seinem Posten als Trainer war er auch gleichzeitig als 1. Vorsitzender beim BSV vertreten. Vier Jahre später durften dann auch Nichtbehinderte Rollstuhlbasketball spielen. „Sie waren sowieso als Begleitperson immer dabei, und man kriegt ja nicht immer eine Mannschaft zusammen. Daraufhin haben wir beschlossen, unser Angebot zu erweitern“, schildert der 60-Jährige. Die Zugänge häuften sich, und die Lions eröffneten zur Saison 93/94 eine zweite Mannschaft. Nachdem Gerhard Tchorz seinen Posten als Übungsleiter der Ersten übernommen hatte, trainierte Steding eine Zeit lang die Zweitbesetzung der Achimer.

Nebenbei kümmerte er sich auch immer wieder um organisatorische Dinge. „Ich habe viel Zeit und Herzblut in die Angelegenheit gesteckt. Es hat mir einfach Spaß gemacht“, berichtet Steding. Sein persönlicher Höhepunkt ist nicht allzu lange her. In der Saison 13/14 stiegen die Lions als Nachrücker in die 2. Rollstuhlbasketball-Bundesliga Nord auf. „Es war eine besondere Herausforderung für mich. In dieser Zeit habe ich lediglich an zwei Partien teilgenommen, da ich den jüngeren Spielern den Vortritt lassen wollte“, sagt Steding. Er hielt sich im Hintergrund und kümmerte sich um das Sponsoring und die Organisation. „In dieser Zeit sind wir ziemlich weit gefahren, zum Beispiel nach Jena und nach Zwickau. Damit man alles unter einem Hut bekommt, habe ich mich hauptsächlich darauf konzentriert“, erzählt Steding. Ein weiterer besonderer Moment in seiner Laufbahn sei die Teilnahme am DRS-Pokal gewesen. „Durch den Gewinn des Regionalpokals Nord waren wir in der ersten Runde dabei. Das war schon aufregend, gegen Mannschaften aus der 1. Bundesliga zu spielen.“

Seine Arbeit im Behindertensport bereitete ihm immer wieder große Freude. Umso wichtiger sei es ihm, dass diese Sportart mehr Anerkennung bekommt. Die Vereine werden meistens durch Sponsoren finanziert, das war nicht immer so. „Früher haben die Krankenkassen auch noch etwas dazu beigesteuert. Heutzutage tun sie es kaum noch. Sie begründen es damit, dass der Sport nicht als Hilfsmittel diene oder gesundheitsfördernd wirke. Ich sehe das anders“, schildert Steding. Dem BSV ginge es aber gut. Auch die Entwicklung von früher zu heute sei für den Rentner positiv. Gerade hier in Achim und umzu gebe es ein breites Spektrum an Angeboten für den Behindertensport.

Auch wenn er dem Rollstuhlbasketball unter anderem wegen seiner Verletzung den Rücken kehrte, hat er – mal wieder – einen Weg gefunden, sich weiterhin sportlich zu betätigen. „So ganz ohne geht es natürlich auch nicht. Ich fahre jetzt öfters Rad, beziehungsweise Handbike“, berichtet der 60-Jährige. Auch wenn der Schritt nicht einfach gewesen sei und Steding das ganze Drumherum vermissen würde, sei er froh, jetzt häufiger Zeit mit seiner Frau zu verbringen. „Sie hat in den letzten Jahren viel mitgemacht, und ich kann von Glück reden, dass ich so eine tolle Frau habe“, erzählt er und grinst dabei. Trotz seines Schicksals blieb und bleibt Wilfried Steding immer positiv und löst die Probleme auf seine Art – sportlich.

„Ich habe viel Zeit und Herzblut in die Angelegenheit gesteckt.“ Wilfried Steding

1 2 3 5 Weiter
Beitragsarchiv