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Rollstuhlbasketball Achim Lions 12.12.2017 von Nico röger

TSV Achim Lions I: Achim Lions feiern Herbstmeisterschaft

Nach zwei Siegen in Braunschweig weiterhin mit weißer Weste.

Auch ihre letzten beiden Spiele vor der Winterpause konnten die Rollstuhlbasketballer der TSV Achim Lions siegreich gestalten. Nach den mehr oder weniger souveränen 60:38- sowie 81:63-Erfolgen am vergangenen Samstag gegen die RSG Langenhagen und den MTV Braunschweig beenden die Weserstädter das Jahr als Tabellenführer und einzig noch ungeschlagene Mannschaft der Oberliga Nord. Für Spielertrainer Nico Röger allerdings kein Grund, um abzuheben: „Die Tabelle können wir uns jetzt an den Weihnachtsbaum hängen und über die Feiertage genießen. Unsere Leistung am heutigen Tag war allerdings nur bedingt meisterlich, wir mussten uns die Erfolge hart erarbeiten. Schön anzusehen war das speziell im Spiel gegen Braunschweig über weite Strecken nicht.“, so der neben aller Freude stets auch kritische Teamchef.

Dabei ging es im ersten Match gegen die junge, schnelle Truppe aus Langenhagen gut los – in der Defense ließen die Lions wenig zu und unter dem gegnerischen Korb wurde nach und nach eine deutliche Führung herausgeworfen. Zur Halbzeit war die Partie beim Stand von 29:10 praktisch vorentschieden, nach drei Vierteln stand ein noch klarerer 50:23-Vorsprung auf der Anzeigetafel. Im letzten Abschnitt dann schlichen sich mehr und mehr Unkonzentriertheiten in das Spiel der heimischen Löwen, vorne wie hinten ließ man den nötigen Biss vermissen. So konnte der kämpferische Gegner die finalen zehn Minuten gar für sich entscheiden und das Ergebnis aus seiner Sicht mit 38:60 noch etwas freundlicher gestalten.

„Das war in Ordnung so, gerade wenn man bedenkt, dass wir heute viele krankheitsbedingte Ausfälle zu kompensieren hatten. Zudem konnte auch unser Neuzugang Martin Steinhardt die Fahrt nicht mitantreten, sodass wir auf zwei eigentlich angeschlagene Akteure zurückgreifen mussten. Trotzdem waren wir personell immer noch stark genug besetzt, um einen Gegner wie Langenhagen, der übrigens ebenfalls nicht aus dem Vollen schöpfen konnte, über die gesamte Distanz zu beherrschen.“, so der Trainer in der Rückschau auf die Partie, auf die direkt im Anschluss die Begegnung mit dem ausgeruhten Gastgeber folgte.

Auch gegen die routinierte und abgeklärte Mannschaft aus der Löwenstadt war die erste Halbzeit eindeutig die bessere der Achimer Rollis. Im Alleingang warfen die beiden Center Michael Wilker - mit insgesamt 54 Punkten erneut Topscorer des Tages - und Roland Christmann im ersten Viertel eine 19:9-Führung heraus, Bis zum Ende der ersten Hälfte wurde diese noch auf 45:23 ausgebaut, was sich eigentlich beruhigend auf das eigene Spiel hätte auswirken sollen. Aber schon zu diesem Zeitpunkt wurde deutlich, dass trotz der Erfolge an diesem Tag eine Menge Sand im Getriebe war. Dass der zweite Abschnitt letztendlich an die Braunschweiger ging, war weniger dem Gegner als dem immer fahriger werdenden Spiel der Lions zuzuschreiben. Allgemeine Erleichterung dann bei Ertönen der Schlusssirene, mit 81:63 wurde immerhin der sechste Sieg im sechsten Spiel eingefahren.

„Durch viele strittige Schiedsrichterentscheidungen, die uns zu unnötigen Diskussionen veranlassten sowie viele unnötige Ballverluste im Spielaufbau, haben wir uns selbst gegenseitig verunsichert. Braunschweig hat das dann clever genutzt und zudem sicher und ruhig eingenetzt.“, gab Youngster Jannik Schwarmann auf der Rückfahrt zu Protokoll. „Wir haben heute zum Beispiel nur drei unserer 21 Versuche von der Freiwurflinie getroffen. Damit gewinnst Du normalerweise keinen Blumentopf.“, so der kürzlich volljährig gewordene Flügelflitzer.

Trainer Nico Röger konnte da schon wieder positiver vorausblicken. „Klar, das war insgesamt eher suboptimal. Der spielerische Anspruch ist bei unseren Möglichkeiten sicherlich ein anderer. Aber ungeschlagener Tabellenführer ist ja so schlecht auch nicht. Wichtig ist, dass wir aus dem Tag lernen und im neuen Jahr wieder ein geschlossenes Mannschaftsspiel zeigen. Das war heute auch eine Art Charaktertest. Die kommenden Aufgaben werden nicht leichter.“ Im Januar steht für die Achim Lions die lange Fahrt nach Rostock an, die Ostseestädter sind aktuell nach Minuspunkten der ärgste Verfolger. (rc)

TSV Achim Lions: Wilker(54 Punkte), Röger(42), Christmann(20), Schwarmann(11), Wetjen(8), Albrecht(2), Geier(2), T.Steinhardt(2)