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Archiv - Lions Rollstuhlbasketball

Lions Rollstuhlbasketball 26.09.2017 von Nico röger

TSV Achim Lions I: Lions fehlt der letzte Biss

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Sieg und Niederlage im Regionspokal

Am vergangenen Sonnabend reisten die Rollstuhlbasketballer der TSV Achim Lions zum Pokalturnier nach Hamburg, wo der Sieger der Region Nord ausgespielt wurde. Diesem winkt immerhin die Austragung der ersten Hauptrunde im DRS-Pokal gegen einen Bundesligisten. Besonders große Hoffnungen konnte sich das Team um Spielertrainer Nico Röger im Vorfeld allerdings nicht machen angesichts der Gruppengegner. Ein Zweitliga- und zwei Regionalligavertreter waren dem heimischen Oberligisten zugelost worden, also denkbar schwierige Aufgaben für die „Löwen“. Dass es dennoch immerhin zum zweiten Platz in ihrer Vorrunde reichte, war aber nicht nur dem Auftreten seiner Mannschaft zu verdanken. „Die BG Baskets Hamburg 2 haben kurzfristig absagen müssen und Emsland Meppen ist hauptsächlich mit Nachwuchsspielern angereist. Somit war die Mannschaft aus Rostock/Stralsund der klare Favorit, dieser Rolle wurden sie letztendlich ja auch gerecht. Von uns hätte ich mir teilweise etwas mehr gewünscht, wir haben noch einiges an Arbeit vor uns bis zum Saisonbeginn“, so der stets kritische Teamchef am Ende eines langen Tages.

Frühzeitig war man an die Elbe gereist, um sich optimal vorzubereiten auf die erste Partie gegen den Gastgeber, der dann ärgerlicherweise spontan zurückgezogen hatte. Somit mussten die Achimer drei Stunden ausharren, bis am Mittag endlich das Match gegen die Emsländer anstand. Bei auf viermal sechs Minuten verkürzter Spielzeit konnten sich die Lions nach Pausenrückstand mit 24:20 (9:14) knapp durchsetzen. „Die Spannung wäre überhaupt nicht nötig gewesen. Meppen ist mit einer besseren Nachwuchsmannschaft angetreten, ihre stärksten Spieler haben sie zu Hause gelassen. Wir hatten zeitweise ungenügenden Zugriff auf den Gegner, überhaupt war heute unser Defense-Verhalten nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Und wenn dann vorne die Würfe nicht verwertet werden – im zweiten Viertel ist uns nur ein einziger Korb gelungen – wird es halt eng.“

Viel Zeit zum Ausruhen blieb der Röger-Truppe nicht, direkt im Anschluss ging es gegen den physisch starken Kontrahenten von der Ostseeküste. „Rostock/Stralsund hat schon viel Qualität und zudem körperliche Präsenz im Kader. Da muss man voll dagegenhalten, das ist uns leider nur phasenweise gelungen.“ Dabei sah es im ersten Viertel noch recht gut aus für anfangs couragiert auftretende Lions, nach ständigen Führungswechseln lagen die Rostocker nur knapp vorne. Das Unheil nahm dann in den beiden folgenden Spielabschnitten seinen Lauf, beide Viertel wurden deutlich abgegeben, sodass die Partie beim Stand von 17:40 längst entschieden war. „Wir haben in der Verteidigung jegliche Aggressivität vermissen lassen, sind nicht eng genug an den gegnerischen Stühlen gewesen. Unsere geringe Foulbelastung ist ein Spiegelbild dafür. Dazu mangelte es dann noch an der nötigen Kommunikation, somit hatte der Gegner leichtes Spiel.“ Im letzten Viertel brachte Achim seinerseits nochmal seine größtmögliche Aufstellung und überraschte den Kontrahenten mit einer Pressverteidigung, was immerhin den Achtungserfolg eines mit einem Punkt gewonnenen Abschnittes einbrachte, an der klaren 29:51-Niederlage aber nichts mehr änderte.

Bis Anfang November bleibt den TSV Achim Lions nun noch Zeit, um die richtigen Erkenntnisse aus der Vorstellung zu ziehen. „Positiv bleibt festzuhalten, dass wir ab und an unseren Ansprüchen gerecht wurden, es einige gelungene Aktionen in der Offensive gab und wir auch bei der hohen Niederlage gegen Rostock phasenweise gezeigt haben, zu was wir fähig sind. Ich würde mir für die Vorbereitung häufiger Gegner des heutigen Kalibers wünschen, der Ernstfall lässt sich im Training leider nur mehr schlecht als recht simulieren.“ Viel Spielzeit bekamen in Hamburg die beiden Neuzugänge Rouven Albrecht und Michael Wilker, die Integration ins Team schreitet voran. Letztgenannter avancierte mit 20 Korbpunkten gleich zum Topscorer der Lions.

Der Regionspokalsieger kommt in diesem Jahr übrigens aus dem hohen Norden der Republik, die Kieler Wheeler konnten sich im Finale etwas überraschend gegen Rostock/Stralsund behaupten und ergatterten das begehrte Ticket zur Hauptrunde des deutschen Pokals. (rc)