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Archiv - Lions Rollstuhlbasketball

Lions Rollstuhlbasketball 10.09.2017 von Nico röger

Selbstbewusst in die neue Saison

...im Regions-Pokal am Wochenende aber nur in der Außenseiterrolle

Die Rollstuhlbasketballer der TSV Achim Lions konnten vor Wochenfrist durch den Sieg beim Vorbereitungsturnier in Wilhelmshaven einen gelungenen Einstand in die neue Spielzeit feiern. Ein Erfolg, den Spielertrainer Nico Röger allerdings nicht zu hoch bewerten will. „Das war eine gute Gelegenheit, sich etwas einzuspielen, aber in der Liga und speziell am kommenden Wochenende im Pokal in Hamburg warten ganz andere Gegner auf uns.“ Nichtsdestotrotz rollen die heimischen „Löwen“ selbstbewusst in die neue Spielzeit. „Wir waren schon in der vergangenen Saison ganz oben mit dabei, nun sind wir als Mannschaft ein Jahr weiter und haben uns zudem personell verstärken können. Nicht zuletzt durch unsere beiden Neuzugänge haben wir nicht nur noch mehr Qualität im Kader, sondern auch viele mögliche Line-ups auf dem Feld. Das macht unser Spiel um einiges variabler.“

Bei einem der beiden „Neuen“ handelt es sich um einen altbekannten Löwen. Center Michael Wilker, schon zu Zweitligazeiten Stammkraft der Achimer, streift sich nach Auflösung der Spielgemeinschaft mit dem RSC Oldenburg ab sofort wieder das Lions-Trikot über. Der treffsichere 36-jährige „Fußgänger“ aus Syke, der nach diversen Knochenbrüchen und Bänderrissen vor elf Jahren zum Rollstuhlbasketball kam, gehörte in der vergangenen Spielzeit zu den Topscorern der Regionalliga und will natürlich so schnell wie möglich dorthin zurück. „Ich denke schon, dass wir ein Wörtchen mitreden können, was die vorderen Plätze angeht. Selbstverständlich würde ich am liebsten schon im nächsten Jahr wieder eine Liga höher spielen.“, gibt sich Wilker optimistisch, was die kommende Saison angeht.

Ein ganz neues Gesicht bei den Lions ist der 30-jährige Rouven Albrecht aus Ahlerstedt bei Buxtehude. Der hochmotivierte Flügelspieler spielt erst seit einem Jahr überhaupt Rollstuhlbasketball, verbrachte seine erste Spielzeit bei Blau-Weiß Buchholz, um nun aufgrund der für ihn passenderen Trainingszeiten und -bedingungen an die Weser zu wechseln. „Das ist genau das, was ich gesucht habe. Im Training wird hart gearbeitet, ich kann hier viel lernen und mich weiterentwickeln. Außerdem macht das wirklich Spaß mit dieser Truppe. Ich freue mich auf die Saison und hoffe natürlich, möglichst viele Einsätze zu bekommen.“, so der stets engagierte Albrecht, der seit einem Verkehrsunfall als Jugendlicher im Rollstuhl sitzt.

Vor der Pflicht, also der in knapp sechs Wochen beginnenden Oberliga-Saison, kommt für die Achim Lions dieses Mal die Kür. Beim am kommenden Samstag in Hamburg stattfindenden Regionspokal trifft man ausschließlich auf höherklassige Gegner. Der gastgebende Zweitligist sowie die ambitionierten Drittligisten aus Stralsund/Rostock und Meppen werden wohl mindestens eine Nummer zu groß sein. „Da haben wir natürlich eine Hammergruppe erwischt. Diese Teams werden ganz sicher unsere Schwächen aufdecken und ausnutzen. Im besten Fall können wir eine Menge lernen und uns möglichst teuer verkaufen. Wichtig ist, dass alle vollen Einsatz zeigen und ihre Möglichkeiten voll ausschöpfen. Wir werden vieles ausprobieren aber alles geben und versuchen, soweit wie möglich dagegenzuhalten.“, gibt sich Röger kämpferisch. Dem Sieger des Turniers winkt immerhin ein Duell mit einem Bundesligisten in der ersten Hauptrunde des DRS-Pokals.

Ganz besonders freut sich der Lions-Teamchef über den Umstand, dass man sich auch in der kommenden Spielzeit auf die bisherigen Sponsoren verlassen kann. „Das ist gerade in heutigen Zeiten nicht selbstverständlich. Ein großes Dankeschön an unseren Hauptsponsor MERENTIS und unsere beiden Co-Sponsoren RTB und OESTERREICH, ohne deren Know-how und finanzielle Unterstützung ein geregelter Trainings-und Spielbetrieb gar nicht möglich wäre. Gleichwohl sind wir immer auf der Suche nach Firmen oder Privatpersonen, die sich in irgendeiner Form im Rollstuhlsport engagieren möchten. Aktuell z.B. wollen wir eine Kindergruppe aufbauen, der Bedarf in der Region ist groß. Ohne Geld und ehrenamtliche Zeit ist das natürlich nicht möglich.“, so sein Appell an die heimische Bevölkerung. (rc)